Gemelin




"Der Mensch braucht Bilder: Vorbilder, Abbilder, Spiegelbilder,

Märchenbilder etc. Er braucht sie beispielsweise, um sich orientieren zu

können, um sich mitzuteilen, um zu lernen. Musik, also auditive Bilder,

vermag des Menschen Emotion auf abstrakte Weise zu bewegen - ein

meist sehr individueller Prozess...


Als mir Olga Andryushschenko und Natalia Demina ein Stück für

Violine&Klavier in Auftrag gaben, stellte sich die Frage nach einem Bild, also nach Wörtern und Sprachen; nach Farben, Figuren, Duktus und Form; nach Sichtbarem und nach Unsichtbarem. Der Titel "Gemelin" ist - wie die Musik selbst - eine Intuition, eine zuvor offenbar nicht bekannte Wortfindung.

So ergab sich: ein neues Bild. Es könnte ein Kobold sein; oder ein

Versteckspiel. Aufgrund individueller Assoziation beider ausführenden

Musikerinnen entstand eine ganz besondere, feurige Interpretation.


   (Dez 2021)

TrioC

Uraufführung im Rahmen des "StattBeethoven" Kammermusikfestivals

Onlinekonzert  16.Mai 2021


Herzlicher Dank an:  Rainer Maria Klaas (Klavier) und  Michael Em Walter (Interview),Wiltrud Apfeld (Flora/GE),

Nina Gurol (Klavier), Robert Beck (Klarinette), Javier Huerta Gimeno (Violoncello),

Perspektive Medien GmbH,

sowie dem LWL als auch den Städten Recklinghausen und Gelsenkirchen

Programm:

Einführung W.Apfeld

Johannes BRAHMS (1833-1897)
Scherzo es-Moll für Klavier op. 4 (1851)

Ansprache R.M.Klaas

Interview

  Julia RHODE (Recklinghausen, *1977)
TrioC für Klarinette, Violoncello und Klavier (2020) Uraufführung
Sidney CORBETT (*1960)
Im Angesicht des Zweiflers für Klarinette, Violoncello und Klavier (2006)
Johannes BRAHMS
Trio a-Moll für Klavier, Klarinette und Violoncello op. 114 (1891)


Angesichts der Ehre, die mir mit diesem Kompositionsauftrag zuteil wurde (Rhode statt Beethoven!?), wollte ich be- bzw. vertonen, wie sehr Beethoven die musikgeschichtliche Landschaft des Abendlandes geprägt hat. Es entstand ein Werk, in welchem ich musikalische Zitate mit eigenem Gedankengut verwebe. Beethoven hat im "Wald" der Musik ein Ouvre hinterlassen, das auf mich wie eine große alte Eiche wirkt; ein Baum, der mit seinem kräftigen Stamm, all seinen Ästen, Blättern und Früchten zwischen vielen anderen Bäumen steht - Bäume, die miteinander kommunizieren, aufeinander angewiesen und miteinander verbunden sind. So ist es auch in der Musik.

Vielleicht passt auch Karl Marx' Zitat:

"Geschichte wiederholt sich - das eine mal als Tragödie, das andere mal als Farce."



Drei Stücke

(gespielt auf Orchestersaiten)

Julia Rhode - Kontrabass

Miriam Geier und Rainer M.Klaas - Klavier

Jakob Rhode & Jonas Grote - Kamera & Video

Thomas Göbel - Audio & Video

Romance


Exodus


Closed door


© Julia Rhode 2022